Berechnung

Wie berechnet man die optimale Größe eines PV-Speichers?

Die optimale Speichergröße wird ermittelt, indem mehrere Kapazitäten mit demselben Verbrauchs- und Erzeugungsprofil simuliert und anhand eines klaren Ziels verglichen werden.

Berechnung in fünf Schritten

  1. Ziel festlegen

    Zum Beispiel kürzeste Amortisation, maximale Autarkie oder eine ausgewogene Lösung innerhalb eines Budgets.

  2. Verbrauch zeitlich erfassen

    Ein Jahreswert allein genügt nicht. Idealerweise zeigen 15-Minuten-Werte, wann Energie benötigt wird.

  3. PV-Erzeugung modellieren

    Standortbezogene PVGIS-Erzeugungsdaten für ein typisches meteorologisches Jahr ergeben zusammen mit Dachausrichtung, Neigung und Anlagengröße ein zeitlich aufgelöstes Erzeugungsprofil.

  4. Speicher technisch abbilden

    Berücksichtigt werden nutzbare Kapazität, Lade- und Entladeleistung, Wirkungsgrad, zulässiger Ladezustand und gegebenenfalls Ersatz- oder Alterungskosten.

  5. Varianten wirtschaftlich vergleichen

    Für jede Konfiguration werden Netzbezug, Einspeisung, Stromkosten, Investition und Zielkennzahlen über den Betrachtungszeitraum berechnet.

Warum eine Tagesrechnung nicht ausreicht

Ein typischer Sommertag überschätzt häufig die Speichernutzung. Im Winter fehlt vielerorts der Überschuss zum Laden, während im Sommer selbst ein großer Speicher regelmäßig voll werden kann. Erst die Simulation aller Jahreszeiten zeigt, wie viele zusätzliche Kilowattstunden Kapazität tatsächlich genutzt werden.

Faustformel oder Simulation?

Faustformeln können Größenordnungen plausibilisieren, bilden aber weder das individuelle Lastprofil noch Preise, Verluste und abnehmenden Zusatznutzen ab. Entscheidend ist der Grenznutzen: Wie viel zusätzlichen Netzbezug vermeidet die nächste Kapazitätsstufe – und rechtfertigt diese Einsparung ihre Mehrkosten?