Kapazität richtig bewerten
Welche Kriterien bestimmen die optimale Kapazität eines Batteriespeichers außer der PV-Leistung?
Die PV-Leistung zeigt nur, wie groß die potenzielle Erzeugung ist. Sie verrät nicht, wie viel davon als speicherbarer Überschuss anfällt und später im Gebäude benötigt wird.
Entscheidend ist die zeitliche Energiebilanz
Für jedes Zeitintervall muss geprüft werden: Entsteht nach dem Direktverbrauch noch PV-Überschuss? Ist im Speicher freie Kapazität vorhanden? Und gibt es später einen Verbrauch, der aus dieser Ladung versorgt werden kann? Nur Energie, die diese Kette durchläuft, erzeugt einen Speichernutzen.
Die wichtigsten Kriterien jenseits von kWp
- Abend- und Nachtverbrauch
- Er bestimmt, wie viel tagsüber gespeicherte Energie bis zum nächsten Morgen sinnvoll entladen werden kann.
- Direktverbrauch
- Je mehr PV-Strom sofort genutzt wird, desto weniger Überschuss bleibt für die Batterie.
- Nutzbare statt nominelle Kapazität
- Systeme mit gleicher Bruttokapazität können wegen unterschiedlicher Ladefenster eine andere nutzbare Energiemenge bereitstellen.
- Lade- und Entladeleistung
- Eine hohe Kapazität hilft wenig, wenn Leistungsspitzen nicht aufgenommen oder abgegeben werden können.
- Tarife und Vergütung
- Die Differenz zwischen vermiedenem Bezugspreis und entgangener Einspeisevergütung prägt den finanziellen Wert der Speicherung.
- Zukünftige Änderungen
- Ein konkret geplantes E-Auto oder eine Wärmepumpe gehört in die Simulation; unsichere Möglichkeiten sollten als getrennte Szenarien betrachtet werden.
Der zusätzliche Nutzen nimmt meist ab
Die ersten Kilowattstunden Speicherkapazität werden häufig an vielen Tagen genutzt. Jede weitere Kapazitätsstufe kommt nur noch an Tagen mit besonders großem Überschuss und entsprechendem späteren Verbrauch zum Einsatz. Deshalb steigen Autarkie und Eigenverbrauch nicht proportional mit der Speichergröße.