Wärmepumpe
Wärmepumpe und PV-Speicher gemeinsam dimensionieren
Eine Wärmepumpe erhöht nicht nur den Jahresverbrauch, sondern verschiebt ihn stark in die sonnenarmen Wintermonate – das verändert die sinnvolle Dimensionierung von PV-Anlage und Speicher grundlegend.
Warum eine Wärmepumpe die PV-Planung verändert
Der Heizbedarf konzentriert sich auf die kalte Jahreszeit – genau die Monate, in denen die PV-Erzeugung am geringsten ist. Eine Anlage, die im Sommer rechnerisch hohe Autarkiewerte erreicht, kann im Winter trotzdem einen Großteil des Wärmepumpenstroms aus dem Netz beziehen müssen. Das ist keine Fehlplanung, sondern eine physikalische Grundtatsache der Photovoltaik in Mitteleuropa – sie sollte aber bei der Dimensionierung bewusst einkalkuliert werden.
Der wichtigste Stolperstein: der Jahresverbrauch muss die Wärmepumpe bereits enthalten
Ein häufiges Missverständnis: Die Auswahl „Wärmepumpe vorhanden" in einem Planungstool addiert nicht automatisch einen pauschalen Zusatzverbrauch zum eingegebenen Jahresstromverbrauch. Der angegebene Jahresverbrauch muss den tatsächlichen oder realistisch geschätzten Gesamtverbrauch bereits einschließlich der Wärmepumpe enthalten. Die Auswahl der Wärmepumpe beeinflusst vor allem, wie dieser Gesamtverbrauch zeitlich über das Jahr und den Tag verteilt wird – nicht die absolute Menge.
Warum ein Batteriespeicher die Winter-Situation nicht vollständig löst
Ein größerer Batteriespeicher kann PV-Überschuss aus sonnenreichen Stunden in die Abend- oder Nachtstunden desselben Tages verschieben. Er kann aber keinen saisonalen Ausgleich zwischen Sommer und Winter leisten – dafür wäre eine um Größenordnungen höhere Kapazität nötig, die wirtschaftlich in aller Regel nicht sinnvoll ist. Ein Batteriespeicher verbessert typischerweise den Eigenverbrauch und die Autarkie im Tagesverlauf, macht einen Haushalt mit Wärmepumpe aber nicht automatisch winterunabhängig vom Netz.