Elektromobilität

Elektroauto: direktes PV-Laden oder Batteriespeicher?

Soll der Solarstrom möglichst direkt ins Auto fließen, während die Sonne scheint – oder lohnt sich ein zusätzlicher Batteriespeicher, der den Solarstrom für später aufbewahrt? Die Antwort hängt vor allem vom Ladezeitpunkt ab.

Warum die Ladezeit die eigentliche Stellgröße ist

Entscheidend für die Anlagenplanung ist weniger die Jahresmenge des Ladestroms als der Ladezeitpunkt: Wer tagsüber lädt – etwa im Homeoffice oder mit einer Wallbox mit PV-Überschussladung –, kann einen großen Teil des Ladestroms direkt aus der Anlage beziehen, ohne dass ein zusätzlicher Speicher dafür nötig wäre. Wer überwiegend abends oder nachts lädt, muss diesen Strom ohne Speicher aus dem Netz beziehen, auch wenn tagsüber PV-Überschuss vorhanden war.

Direktes PV-Laden: Stärken und Grenzen

Eine Wallbox mit PV-Überschussladung nutzt den Solarstrom in dem Moment, in dem er erzeugt wird – ohne Umweg über einen Speicher und damit ohne dessen Lade- und Entladeverluste. Die Grenze liegt darin, dass an bewölkten Tagen, im Winter oder wenn das Auto tagsüber nicht vor Ort ist, kaum PV-Strom für die Ladung zur Verfügung steht.

Batteriespeicher als Ergänzung: Stärken und Grenzen

Ein Batteriespeicher kann PV-Überschuss vom Mittag in den Abend verschieben und steht damit auch für ein spät ladendes Fahrzeug zur Verfügung. Er verursacht dabei Lade- und Entladeverluste – im aktuellen Modell rund 92,2 % Roundtrip-Wirkungsgrad – und bindet zusätzliches Kapital. Bei einem Fokus auf kurze statische Amortisation kann ein kleinerer oder kein zusätzlicher Speicher wirtschaftlich vorteilhafter sein; bei einem Fokus auf maximale Autarkie kann ein größerer Speicher trotz höherer Investition die passendere Empfehlung sein.