Elektromobilität
Wann das Elektroauto laden? Tagsüber, nachts oder flexibel
Gleicher Haushalt, gleiches Dach, gleicher Jahresverbrauch – nur der Ladezeitpunkt des Elektroautos unterscheidet sich. Der Vergleich zeigt, wie stark diese eine Variable die wirtschaftlich passende Anlagen- und Speichergröße verändert.
Ein Vergleich mit nur einer veränderten Variable
Für diesen Vergleich wurde ein Modellhaushalt (10.000 kWh Jahresverbrauch inklusive E-Auto, 60 m² Süddach, 38 ct/kWh Strombezug, 7,9 ct/kWh Einspeisevergütung) dreimal simuliert – jeweils mit demselben Optimierungsziel „Ausgewogene Gesamtlösung", aber mit einem anderen typischen Ladezeitpunkt für das Elektroauto: tagsüber, nachts oder flexibel über den Tag verteilt. Alles andere blieb konstant, sodass der Unterschied allein auf den Ladezeitpunkt zurückzuführen ist.

Das Ergebnis: bis zu 3,2 kWp Unterschied bei der PV-Anlage
Beim Laden tagsüber kann ein großer Teil des Ladestroms direkt aus der laufenden PV-Erzeugung gedeckt werden – das senkt den Bedarf an zusätzlicher Speicherkapazität, erfordert aber eine größere PV-Anlage, um auch an bewölkten Tagen genug Leistung für Haushalt und Fahrzeug gleichzeitig bereitzustellen. Beim Laden nachts steht keine PV-Erzeugung zur Verfügung – der gesamte Ladestrom muss entweder aus einem größeren Speicher oder aus dem Netz kommen. Flexibles Laden über den Tag verteilt liegt bei den meisten Kennzahlen zwischen den beiden anderen Varianten.

| Lademodus | PV-Anlage | Batteriespeicher | Investition | Amortisationszeit |
|---|---|---|---|---|
| Laden tagsüber | 7,2 kWp | 12,5 kWh | 15.400 € | 6,2 Jahre |
| Laden flexibel | 4,5 kWp | 15,0 kWh | 14.600 € | 7,6 Jahre |
| Laden nachts | 6,3 kWp | 22,5 kWh | 20.700 € | 9,4 Jahre |
Warum die Empfehlung nicht immer der mathematische Bestwert ist
Wie bei den vier Hauptzielen von perfectPV handelt es sich auch hier um die erste Empfehlung aus einer größeren Zahl geprüfter Kombinationen – bewusst nahe am mathematischen Bestwert gewählt, aber nicht zwangsläufig mit ihm identisch. Eine technisch minimal bessere Kombination kann in der Praxis unwesentliche Zusatzkosten gegenüber einem spürbaren Zusatznutzen bedeuten; die Empfehlung berücksichtigt dieses Verhältnis, statt stur dem rechnerischen Minimum oder Maximum zu folgen.
Vollständige Musteranalysen zu allen drei Lademodi
Alle drei Varianten sind als vollständige PDF-Musteranalyse mit allen Zwischenschritten der Jahressimulation einsehbar: